25.04.2013 Geheimsache Ghettofilm

Donnerstag 25.04.2013 // 18.30 Uhr // Ort folgt

Geheimsache Ghettofilm

Filmvorführung
Israel 2009, 89min, deutsch
Eine Dokumentation von Yael Hersonski.

Ausgangspunkt des außergewöhnlichen Dokumentarfilms sind 62 Minuten Archivmaterial. Unbetitelt, unvertont, nur teilweise geschnitten – alles, was an Filmbildern aus dem Warschauer Ghetto überliefert ist. Bei näherem Betrachten verstören die Bilder: Zu sehen ist das nackte Elend verhungernder Bettler_innen neben auffallend wohl gekleideten Männern und Frauen beim Tangotanzen. Unter welchen Umständen wurde dieses Material aus welchen Gründen gedreht?

Jahrzehntelang wurden diese Ghettobilder von Dokumentaristen und Museen in der ganzen Welt als authentisches Archivmaterial verstanden und verwendet. Erstmals ist nun das Material im Ganzen zu betrachten. Die israelische Regisseurin Yael Hersonski machte sich auf die Spurensuche, traf Augenzeugen, fand Aufzeichnungen in Tagebüchern von Ghettobewohner_innen und das Verhörprotokoll eines Kameramanns. Es stellt sich heraus, dass deutsche Propagandafilmer_innn nur wenige Wochen vor der großen Deportation im Frühjahr 1942 gezielt ins Ghetto geschickt wurden, um Szene für Szene „jüdischen Lebens“ für die Nachwelt zu inszenieren.

Der Film präsentiert die Originalaufnahmen fast vollständig.

 

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